triage #2

Eine architektonische Intervention bei Christian Schuberth, München                           03.07. - 15.09.2013

25. August 2013, ein Anruf bei Klaus Brinkthaler, Vorstandvorsitzender der Tyco-Bau-AG.

Von Kleve (v.KL.): Guten Tag Herr Brinkthaler, Sie arbeiten gerade an einem großen Wohnungsbauprojekt für die Statsmak-Holding. Wie kam es zu dieser Kooperation?

Brinkthaler (Br.):  Frau Markel rief mich an und fragte, ob wir Interesse an einer gemeinnützigen Zusammenarbeit hätten. Nach langen Vorstandsgesprächen und Verhandlungen mit den Anlegern entschieden wir uns.

v.KL: Warum konnten die Aktionäre diese Entscheidung nicht mittragen?

Br: Nun, ich denke, das lag in erster Linie an zwei Dingen: Zum einen wollten sie auf Erleichterungen in Verbindung mit einem Auftrag durch die Statsmak-Holding nicht verzichten, zum anderen sahen sie sich gezwungen, die Vertragsvereinbarungen umzusetzen. Damit kamen ganz neue Herausforderungen auf uns zu. In einem zweiten Schritt versuchten wir zu klären, inwieweit wir uns den Vorgaben der Statsmak-Holding annähern können. Es kam in der Folge zu weiteren Gesprächen mit Frau Markel. Ja, und ich muss sagen, diese Gespräche waren sehr fruchtbar und in ihrem Verlauf sehr zielführend.

v.KL: Sie konnten Frau Markel überzeugen, die Aufnahmebedingungen zu ändern.

Br: Das ist richtig.

v.KL: Hätten Sie sich auch für diese Intervention entschieden, wenn man ihren Forderungen nicht zugestimmt hätte?

Br: Auf jeden Fall. Es war einfach an der Zeit, ein Zeichen zu setzen. Wir wollten nicht immer wieder diesem immensen Druck nachgeben und am Ende – auf gut deutsch gesagt – blank dastehen.

Das Interview führte Simon von Kleve.